Nichtwaelerforum2017

Tilo Jung und Hans Jessen luden am 13. September 2017 Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Hans-Christian Ströbele (Grüne) sowie Nichtwähler zum Nichtwählerforum im Telefonica Basecamp ein. Bei dieser seltenen Gelegenheit für Nichtwähler ihren Unmut zu äußern kamen einige gute Aussagen zustande die unterstreichen dass es geradezu unverschämt ist Nichtwählern politisches Interesse abzusprechen oder undemokratisches Verhalten vorzuwerfen.

Nach einem kurzen Videoauftritt von Thomas de Maizière (CDU) der sich nicht zu schade war die Behauptung aufzustellen es gäbe schlicht keinen Grund nicht zu wählen, folgte eine Debatte in der vor allem Frau Hendricks mit Ideenlosigkeit für eine Verbesserung der Demokratie glänzte, während Ströbele sich nur knapp davor bewahrte selbst die Positionen der Nichtwähler zu vertreten und stattdessen dazu riet, man solle doch das kleinere Übel wählen um zumindest ein kleines bisschen zu bewirken.

Vielleicht gibt es ja.doch einen Grund nicht zu wählen, vielleicht sogar eine ganze Reihe. Nachdem sich Hendricks damit rühmt seit Jahrzehnten auf Friedensdemonstrationen zu gehen, wirft Ströbele ein, Hendricks hätte genau wie der Rest ihrer Fraktion dem Afghanistan Einsatz zugestimmt, woraufhin sie nur Sprachlosigkeit entgegen kann.

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Blöd nur wenn die gewählte Partei lediglich in die Opposition gelangt oder noch schlimmer, an der 5% Hürde scheitert. Dann nämlich hat man durch die Abgabe der eigenen Stimme gar nichts bewirkt außer, die Legitimation der etablierten Parteien zu untermauern, deren unermüdliche Versuche zum Wählen aufrufen ein Hinweis darauf sein könnten, wie beunruhigend der massive Anstieg des Nichtwähler-Anteils der letzten Jahrzehnte auf unsere Berufspolitiker wirken muss.

Alles in allem ein sehr gelungenes Event, welches hervorragend ohne die Anwesenheit von De Maizière auskam und hoffentlich ein Schritt in die richtige Richtung ist. Knapp 18 Millionen Wahlberechtigte die es satt haben durch ihre Wahlen Parteien zu legitimieren die sie gar nicht gewählt haben, sind heute die größte Fraktion, auch größer als die unumstößliche CDU/CSU.