Die Wahlen sind vorbei. Das Ergebnis fällt wie immer aus. Der unumstößliche Wähleranteil welcher vor allem die alten Medien (TV/Print) konsumiert, ging nahezu geschlossen zur Wahl und verhalf der CDU mal wieder zu einem klaren Sieg (32,9%). Die SPD wurde leicht abgestraft (20,5%) FDP, Linke, Grüne erreichen jeweils etwa 10%. Die AfD zieht wie zu erwarten mit überschaubaren 12% in den Bundestag ein und wird damit Teil der Opposition. 
Bundestagswahlen 2017 ohne Nichtwähleranteil

Viele ehemalige Nichtwähler hatten sich im Vorfeld zur AfD bekannt und vor allem Online mit einem unübersehbaren Eifer, Werbung für die AfD gemacht. Die Angst vor der Islamisierung Deutschlands gepaart mit einer weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der Politik der letzten Jahrzehnte, reichte jedoch nicht mal ansatzweise um ein Ergebnis zu erzielen welches echte Relevanz gehabt hätte. Das Prinzip  "teile und herrsche" hat sich mal wieder für die etablierten Kräfte bezahlt gemacht, die Legitimation der Wahlen insgesamt ist wieder deutlich angestiegen.

Der Nichtwähleranteil ist fast wieder auf das Niveau von 2005 gesunken. Die Menschen ließen sich aus Angst davor die AfD könnte zu stark werden zum Wählen einer der etablierten Parteien aufrufen oder aus Angst davor die Politik der letzten Jahre könnte fortgesetzt werden zum Wählen der AfD aufrufen. Der Rest wählte abhängig von dem ihm durch die Medien vermittelten Bild der Parteien oder schlichtweg aus Gewohnheit. Der Anteil der Bevölkerung welcher einen Wandel ersehnte und diesen nicht in der AfD sah, wählte entweder Splitterparteien die unter 5% blieben, wie bspw. die Piraten oder ließ sich ungeachtet der Politik der letzten Jahrzehnte wieder für FDP oder GRÜNE begeistern. Der Rest wählte die Linke welche wie auch die AfD zur ewigen Oppositionspartei verdammt ist.

Mal wieder haben all jene die mit der Politik der heutigen repräsentativen Demokratie unzufrieden sind verloren, obwohl sie sich in der absoluten Mehrheit befinden. Eine Opposition die sich in Lager wie der AfD und der Linken spaltet ist nun mal nicht zu bündeln. Es folgen 4 Jahre in denen die Oppositionsparteien die Gelegenheit haben sich als Gegenpol zur Regierung zu inszenieren und die Mehrheit der Bevölkerung darf ungläubig mit ansehen wie die Marschrichtung unverändert bestehen bleibt. Lobbyismus der Gesetze diktiert, Ausbau des Überwachungsstaats, Intransparenz der Politik, zunehmende soziale Ungerechtigkeit, veraltetes Bildungssystem, ungezügelter Casino Kapitalismus, Kriegseinsätze... all das geht weiter. Bis es in 4 Jahren wieder heißt: "Uns läuft die Zeit davon! #gehtwählen für Veränderung." Der Witz wird einfach nie alt. Die traurige Wahrheit lautet, was 70% der Bevölkerung bei den Wahlen tun, spielt keine Rolle da die Regierung von etwa einem Drittel der Bevölkerung gewählt wird deren politische Meinungsbildung am wenigsten diversifiziert ist und dadurch den größten homogenen Wähleranteil ausmacht. 

Aber selbst wenn es gelingen würde die bisherigen machthabenden Parteien irgendwann durch eine der relevanten Oppositionsparteien auszutauschen, so verkam bisher doch jede Partei zu einer sich selbsterhaltenden Karriereleiter für Menschen welche mit der Industrielobby daran arbeiten den Status Quo aufrechtzuerhalten. Volksabstimmungen werden von Parteien prinzipiell nicht eingeführt, da dies dem obersten Ziel einer Partei widerspricht, die eigene Macht auszubauen. 

Aber was können wir tun um unsere Zukunft mitzugestalten? Ist es überhaupt noch möglich innerhalb der repräsentativen Demokratie und der Verstrickungen zwischen Parteien, Medien und Industrie Lobbys? 

Wer Veränderung wünscht muss der Bevölkerung ein Angebot machen welches lagerübergreifend funktioniert und grundlegende Veränderungen innerhalb der repräsentativen Demokratie einfordert. Die Nichtpartei ruft dazu auf sich NICHT mehr an den Wahlen zu beteiligen und somit der heutigen Regierung schrittweise die Legitimation zu entziehen. Auf diese Weise kann der Öffentlichkeit die zunehmende Politikverdrossenheit kommuniziert werden und es wird Raum geschaffen, stattdessen an Konzepten für eine Reformation der repräsentativen Demokratie zu arbeiten. Beispielsweise eine Regierung welche sich dem Mehrheitswillen unterwerfen muss und transparent ist.